Sportliche Aktivitäten gehören für viele Menschen, zum Alltag. Wandern (in Tirol sehr beliebt), Klettern, Nordic Walking, Laufen,
Fitness Studio oder Ballsportarten wie Tennis, Fußball oder Basketball bereichern unser Leben.
Meine Frau ist begeisterte Läuferin und ich bin schon häufig um 6 Uhr früh im Fitness Studio anzutreffen.

Dass Sport die Gesundheit fördert, vor allem Ausdauersport, ist wohl jedem von uns klar. Regelmäßige Bewegung senkt das Risiko vieler Erkrankungen wie z.B. Übergewicht, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Diabetes Typ 2, erhöhte Cholesterinwerte, Osteoporose etc.
Dass Stress durch Sport leichter zu bewältigen ist, ist eine Erfahrung, die viele von uns schon gemacht haben. Gerade ältere Menschen profitieren von einer gestärkten Muskulatur, einer besseren Gelenksbeweglichkeit und Koordination. Dadurch sinkt im Alter die Gefahr von Stürzen.

Aber natürlich sind unsere Füße bei sportlichen Aktivitäten einer erhöhten Belastung ausgesetzt.
Dadurch kann es zu Verletzungen kommen, beim Laufen etwa wirkt das sechsfache Körpergewicht auf Muskeln, Sehnen und Bänder ein. Hinzukommen Druck und Reibung auf der Haut. Beim Tennis sind es abrupte Richtungswechsel oder plötzliche Stopps auf Hartplätzen,
die zu Schäden an den Füßen führen können. Ein immer häufiger auftretendes Problem in unserer Praxis stellen gewisse Sportschuhe (Kletterschuhe oder Clipschuhe für Radfahrer) dar. Diese sind naturgemäß im Vorfußbereich starr und eng, was besonders die Nägel belastet. Eine vermehrte Transpiration ist beim Sport normal. Das feucht-warme Milieu schafft aber günstige Bedingungen für Pilzinfektionen, außerdem sind mechanische Irritationen der Haut eher möglich.

Es sind also Schäden der Haut und der Nägel (sowie deren Prophylaxe), die uns in der Podologie (Fußpflege) beschäftigen.

Schäden der Nägel oder des Nagelbettes:

Hier sind vor allem das subunguale Hämatom (Bluterguss unter dem Nagel), infolge subunguale Hyperkeratosen (Verhornungen unter dem Nagel) und Onycholysen (Ablösung des Nagels) oder Onychodystrophien (Wachstumsstörungen des Nagels) zu erwähnen.

Schäden der Haut:

Stufe 1: Rötung
Eine kurzzeitige Reizung verursacht eine Rötung der Haut. Fällt der Reiz weg, beruhigt sich das Areal relativ schnell.

Stufe 2: Blase
Eine Reaktion der Haut auf Druck, Reibung und Überbeanspruchung, die jeder von uns sicher schon einmal selbst verspürt hat, ist eine schmerzhafte Blase. Wenn die Haut punktuell überlastet wird, reagiert der Körper mit einer Schutzreaktion, die Hautschichten der Epidermis zwischen Oberhaut und Lederhaut werden getrennt. Es bildet sich eine mit Gewebsflüssigkeit oder Blut gefüllte Blase zwischen den Hautschichten. Der Körper versucht, das darunter liegende Gewebe damit zu schützen.
Es gelten hier dieselben vorbeugenden Maßnahmen wie oben erwähnt. Halten Sie die Haut Ihrer Füße möglichst trocken, feuchte, marzerierte Haut ist anfälliger. Als altes Hausmittel hat sich das Eincremen mit Hirschtalg vor dem Sport bewährt.
Das prophylaktische Anbringen eines speziellen Blasenpflasters auf eine gefährdete Stelle am Fuß kann helfen. Sollte trotz allem eine Blase entstehen, vorsichtig öffnen (mit einem sterilen Instrument – Nadel) die Haut darüber aber keinesfalls entfernen, antiseptisch versorgen und mit einem Blasenpflaster (z.B. Comped®) abdecken. Eine mit Blut gefüllte Blase keinesfalls öffnen (Infektionsgefahr). Sollten Sie Diabetiker sein, so gelten für Sie andere Regeln. Siehe Link Pflege des diabetischen Fußes

Stufe 3: Hornhaut
Bei anhaltender Überbelastung reagiert die Haut an den Füßen mit der Bildung von Hornhaut. Es entstehen Schwielen und Hühneraugen.
Als Ursache dafür kann neben falschem Schuhwerk auch eine gestörte Statik des Fußes angenommen werden. Deformitäten wie Spreizfuß, Hallux valgus, Hammerzehen usw. schaffen eine Prädisposition für chronische Druckstellen. Wichtig ist auch hier eine optimale Schuhversorgung, eventuelle Korrektur der Statik mittels orthopädischer Einlagen und sorgfältige Hautpflege, insbesondere um zu verhindern, dass raue, spröde Haut einreißt und sich schmerzhafte Rhagaden (Schrunden) bilden.
Als Sportler sollten Sie auf Ihr wichtigstes „Sportinstrument“, Ihre Füße, besonders achten. Regelmäßige Haut- und Nagelpflege helfen, den Spaß an der schönsten Nebensache der Welt zu erhalten. Für speziellen Rat wenden Sie sich an Ihren Podologen (Fußpfleger).