Die Ätiologie (Entstehung) des Unguis incarnatus

An der Entstehung eines „eingewachsenen Nagels“ sind häufig mehrere Faktoren beteiligt.

Genetische Dispositionen (familiär gehäuftes Auftreten)
Nagelanomalien (Zangennägel, Rollnägel, Uhrglasnägel, Psoriasisnägel)
Fehlformen des Fußes mit Abweichung der Zehe (Hallux valgus)
Zu enges Schuhwerk (spitz mit hohen Absätzen)
Der Verlust oder Teilverlust des Nagels durch Verletzungen (Traumen)
Sportschuhe (Kletterschuhe, Fahrradschuhe)
Falsche Pflege (seitliches Hinunterschneiden)

Es gibt noch eine Reihe von Zusatzfaktoren, die die Erkrankung begünstigen, wie z. B. Diabetes, Durchblutungsstörungen, sowie Hyperhidrosis (Schweißfuß)) oder bestehende Infektionen.

Nach meiner Erfahrung kommt es in den meisten Fällen zu einer Überwölbung (Hyperkurvatur) des Nagelbetts durch chronischen seitlichen Druck auf den Nagelfalz, dies kann einseitig oder beidseitig auftreten. Ausgelöst durch Achsenfehlstellungen (Valgusabweichung - Hallux valgus) der Zehen oder Druck von zu engem Schuhwerk.
Falsche Nagelpflege, das zu tiefe Ausschneiden der Nagelecken ist meist der Versuch, bereits bestehende Beschwerden zu lindern. Es verschlimmert in der Regel aber nur das Problem.

 

Kommt es zu ersten Beschwerden im Nagelfalz, ist es wichtig, den Druck auf das Nagelbett
zu verringern (z. B. mit einem Zehenkeil). Auch Fußbäder mit med. Schmierseife oder das vorsichtige korrekte Kürzen des Nagels können die Beschwerden zum Abklingen bringen.
Das Tamponieren des Nagelfalzes mit einem Streifen Watte oder Gaze kann zur Linderung beitragen.

Sollten jedoch trotz dieser Maßnahmen Entzündungszeichen (Rötung, Schwellung, Klopfschmerz) auftreten, ist zu empfehlen, sich professioneller Hilfe beim Podologen (Fußpfleger) zu bedienen. Siehe Link: Behandlung - Unguis incarnatus

Aber nicht alle Beschwerden rund um den Nagel sind auf einen „eingewachsenen Nagel“ zurückzuführen.
Gerade bei Frauen im jugendlichen Alter findet man häufig sehr dünne aber normal geformte Nagelplatten mit hypertrophen seitlichen Nagelwällen.
Hier ist das Nagelbett nicht deformiert (überwölbt), sondern der dünne Nagel hat die sehr zarte Haut verletzt, es kommt anschließend zu einer bakteriellen Infektion mit ausgeprägten Beschwerden. Wichtig ist hier, nicht „überzureagieren“. Meist genügt eine entzündungshemmende Behandlung und korrektes Schneiden der Nägel.